Antiziganismus erkennen und gegenwirken

In der Woche für Vielfalt fand im Mehrgenerationenhaus ein Workshop zum Thema „Antiziganismus erkennen und entgegenwirken“ statt. Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren anwesend. Die Veranstaltung wurde in Kooperation zwischen dem Büro für Integration und Teilhabe der Stadt Ennepetal und dem Kinderschutzbund Ennepetal angeboten. Fachlich geleitet wurde der dreistündige Workshop von Mitarbeitenden der Organisation MIA – Melde- und Informationsstelle für Antiziganismus aus Berlin.

Ziel der Veranstaltung war es, die Teilnehmenden für diese weit verbreitete Form des Rassismus zu sensibilisieren und auf die Möglichkeit hinzuweisen, antiziganistische Vorfälle zu melden bzw. darauf aufmerksam zu machen. Es wurde deutlich, dass sich diese Bevölkerungsgruppe ungerechtfertigten Zuschreibungen und struktureller Benachteiligung gegenübersieht.

Die in Europa tief verwurzelten und weit verbreiteten Vorurteile seien „ein starres Bild, das der Diversität, die wir auch in dieser Gruppe erleben, nicht entspricht“, lautet der Hinweis der Hilfsorganisation.

Das wohl einzige verbindende Merkmal dieser Gruppe von elf Millionen Menschen in Europa sei die Diskriminierung, die sie erlebten, wenn sie sich als Sinti und Roma outen. Alarmierend sei ebenfalls, dass jeder fünfte, bei der Meldestelle dokumentierte Vorfall durch Handlungen von Behörden erfolge und ein Drittel der antiziganistischen Vorfälle Minderjährige beträfe. Wir als Kinderschutzbund sind betroffen von diesem Verhalten und setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der Menschen und Kinder der Minderheit Sinti und Roma Beteiligung und Anerkennung finden. Gerade unsere Schulsozialarbeiterinnen erleben in ihrer beruflichen Praxis regelmäßig Phänomene von Ausgrenzung und Herabwürdigung. Nicht nur gerichtet an Menschen dieser Ethnie. Wir lehnen ein solches Verhalten generell ab und werden dies zum Ausdruck bringen, wo immer möglich.